40 Jahre railtour suisse sa
Es gibt weder Fax noch PC, weder Handy noch e-mail. Nach München und Amsterdam fährt man mit dem
TEE-Express. Paris erreicht man in 6–7 Stunden mit Schnellzügen, die teils noch über Aussenplattformen
verfügen. Der amerikanische Präsident Nixon besucht das maoistische China. In der Schweiz ist das
Frauenstimmrecht gerade ein Jahr alt. Wir schreiben das Jahr 1972: in Bern wird railtour suisse sa gegründet
von rund 100 schweizerischen Bahn- und Reisegesellschaften.
Eine Bahnpauschalreise organisieren hiess damals: bei der Bahn telefonisch Platzkarte und Billett bestellen,
am Schalter abholen gehen, dem Hotel via Telex eine Buchung melden, auf Antwort warten und anschliessend
auf der Schreibmaschine einen Voucher, ein Reiseprogramm und eine Rechnung schreiben. Das
Ganze wurde dann zur Post gebracht und dem Reisebüro geschickt. Wir waren stolz darauf, innert vier
Tagen nach Buchungsanfrage dem Reisebüro die Dokumente zustellen zu können.
Nach vierzig Jahren stehen wir heute kurz davor, dass erstmals Pauschalreisen mit Bahn und Hotel vollständig
elektronisch abgewickelt werden: der Reisende oder das Reisebüro bucht via System – und ebenfalls
via System werden alle Reservationen vollautomatisch getätigt und ebenso vollautomatisch werden die
Reisedokumente beim Reisenden zuhause ausgedruckt. Die Reiseprofis braucht es trotzdem mehr denn je
– aber nicht mehr für die einfachen Reisen, sondern für die Vielzahl von Spezialwünschen, die der routinierte Reisende sich nicht selbst beschaffen kann oder will.
Die rasante Entwicklung wird weitergehen. Wir werden uns mitentwickeln!
Werner Schindler, Direktor